Glaubenszeugnis von Tom

Ich bin in einem guten Elternhaus aufgewachsen. Erst in meiner Lehre lernte ich die "andere Welt" kennen: Disco, Party's, illegale Autorennen, Motorrad, Spaß und Freiheit, wenn auch nur am Wochenende, faszinierten mich. Mein Lebenstraum war damals Harley-Davidson-Motorrad, gute Kumpels und Freundin. Mit 25 Jahren hatte ich meinen Lebenstraum erfüllt und hätte eigentlich glücklich sein müssen; doch das Gegenteil war der Fall. Oft auf Motorrad-Treffen, Besaufen bis zum Umfallen, Enttäuschungen bei Kumpels und bei Freundinnen, Langeweile und Sinnlosigkeit machten mich immer unzufriedener. Ich merkte, der Wochenend-Alkohol-Konsum mit dem Ziel, mehr Selbstbewusstsein zu haben, Hemmungen zu verlieren, einfach Spaß zu haben, hält auch nicht ewig. Doch dann gab es einen besonderen Tag in meinem Leben: Bei einem Motorrad-Treffen in Göppingen wurde ich von einem anderen dermaßen zusammengeschlagen, dass mein Schädel ein Loch hatte. Erstaunlich war, dass gerade in diesem Augenblick ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes sah, was geschehen war und sofort einen Krankenwagen rief. Dieser musste nur 1 km fahren, denn eine große Uni-Klinik war fast neben dem Unfallgeschehen (welch ein Wunder). Dort wurde ich aufgrund der Gehirn-Verletzungen operiert und in ein künstliches Koma gelegt. Anschließend wusste niemand, ob ich noch mal aufwachen würde, und wenn ja, welche bleibenden Schäden ich hätte.

- Erst später erfuhr ich, dass in dieser Zeit viele Menschen für mich zu Gott gebetet hatten -

Als ich wieder aufwachte, war ich total frustriert, denn ich war linksseitig am Arm und am Bein gelähmt. In meiner Verzweiflung und Hilflosigkeit - als ich keinen Ausweg mehr sah - schrie ich innerlich zu Gott: "Wenn es dich gibt, bitte hilf mir, ich bin am Ende!" Tage später bemerkte ich, dass ich bei geschlossenen Augen meinen Arm wieder bewegen konnte. Ich musste nun wieder alles lernen, wie ein Baby (Greifen, Gehen, Treppensteigen), aber ich konnte schon bald den Rollstuhl verlassen. Von Tag zu Tag wurde es immer besser. Jetzt hatte ich im Krankenhaus, Reha usw. einmal Zeit über mein Leben nachzudenken:

  • Gibt's Gott wirklich?
  • Hat Er mir wirklich geholfen?
  • Was wäre, wenn ich tot wäre?
  • Warum bin ich nicht gestorben?

Bald wurde mir klar, dass wenn es Gott gibt und er mir noch mal eine Chance im Leben gegeben hat - ich diese Chance wahrnehmen muss! Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los. Ich machte mich auf die Suche nach Gott, denn ich wollte wissen, ob es ihn wirklich gibt.

"Sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr von ganzem Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr". Jeremia 29,13+14

So ging ich in Kirchen, machte einen angebotenen Glaubenskurs mit, bis ich schließlich zu einem Bibelhauskreis kam. Ich merkte gleich, dass diese Leute ganz anders waren, als meine Motorradkumpels; man brauchte sich nicht profilieren, es wurde nicht über einen gelästert und man hält wirklich zusammen. Mir fiel auf, wie zufrieden und glücklich die Menschen trotz ihrer Sorgen und Nöte waren und wie schön Familie sein konnte (der Hauskreis war im Haus bei einer Familie mit vier Kindern). Ich kam danach immer mit einem Glücksgefühl im Herzen nach Hause und betete ab und zu zu Gott, dass er sich doch zeigen möge, und meinem chaotischen Leben ein Ende macht, d.h. dass er mir eine gute Frau und Kinder schenken möge.
Durch die Gemeinschaft mit den Christen und das Lesen in der Bibel, lernte ich immer mehr Gott und seinen Sohn Jesus kennen. Ich konnte dort lesen, wie Jesus wirklich war, wie Er lebte in dieser Welt, wie er dachte und fühlte, wie er segnend und heilend den Menschen nur Gutes tat. Doch ich verstand auch, wie schlecht ich bin und welch großen Mist (Sünde) ich in meinem Leben getan habe.
Aber ich durfte auch erfahren, dass Gott voll Liebe und Gnade ist. Jesus ist auf die Erde gekommen, zu suchen und zu retten was verloren ist (Lukas 19,10). Mir war klar, dass auch ich damit gemeint bin. Durch das Lesen der Bibel wurde mir bewusst, dass kein Mensch so etwas schreiben kann und sich solch einen wunderbaren Plan zur Errettung der Menschen ausdenken konnte, denn alle Menschen haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist (Römer 3, 23+24). Mir wurde klar, dass ich nicht selbst meine Sünden wegbekomme und jetzt kommt's:

Deshalb ließ Jesus sich an's Kreuz schlagen, um stellvertretend die Strafe für unsere Sünden zu tragen, und ich darf frei ausgehen, wenn ich dieses große Werk im Glauben annehme und kann nun mit Gott Gemeinschaft haben. Ist das nicht wunderbar?

Dieser einzigartige, wunderbare Plan Gottes überwältigte mich, ich kniete nieder, bekannte meine große Schuld und übergab mein Leben meinen Herrn und Retter Jesus Christus.
Heute ist mir klar, dass Gott durch diesen Unfall die Notbremse in meinem Leben gezogen hat, und du wirst es nicht glauben, aber ich bin dankbar dafür, denn dieser Schlag war genau richtig:

  • nicht zu stark, so dass ich nicht sterben musste und mit den Folgen zurechtkommen konnte und
  • nicht zu schwach, damit ich noch umkehren konnte zu Jesus.

Ich bin so dankbar, dass Gott keine Fehler macht, auch wenn wir es manchmal zuerst nicht verstehen. Wenn du nun denkst, dass jetzt alles 'Friede, Freude, Eierkuchen' ist, muss ich dich enttäuschen. Gott erhörte meine Gebete: Ich bin heute glücklich verheiratet, wir haben vier Kinder, aber es gibt immer noch genug Probleme. Ich falle leider immer noch in Sünde und bin oft Gott undankbar. Aber der Herr ist ein geduldiger Lehrer. Er lässt mich auch in schwierigen Zeiten nicht im Stich. Gerade dann darf ich mich auf seinen Händen getragen wissen. Jesus sagt: Siehe ich stehe an der Tür und klopfe an: Wenn jemand meine Stimme hört, zu dem werde ich eingehen (Offenbarung 3,20).

Durch das Lesen dieses Zeugnisses klopft der Herr Jesus auch bei dir an. Willst du ihm auch aufmachen? Ich kann dir versprechen, du wirst es nicht bereuen.

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