Glaubenszeugnis von Hans

Zur Vorgeschichte:
Eines schönen Tages - wir waren mitten am Bau unseres Hauses - ging uns das Baumaterial aus. Unser Nachbar hatte jede Menge davon im Hof liegen, er war gerade eben mit seinem Haus fertig geworden. Ich ging hin, klingelte an der Tür, eine Frau machte auf. "Ob ich denn etwas von dem Baumaterial haben könnte", fragte ich. "Der Mann ist zwar nicht da, aber ich solle mir holen, was ich benötige." Keine Frage wer ich bin, keine Frage, für was ich es brauche. Ich habe mich bedankt und sagte, dass ich es zurückbringen werde, sobald ich fertig bin. Nachdem wir mit dem Haus fertig waren, brachte ich das Baumaterial zurück und wollte meine Schuld bezahlen. Das ging aber nicht, weil der Nachbar nix angenommen hat. Außer eine Flasche Rotwein. Kurze Zeit später haben meine Frau und ich sie eingeladen. Im Verlauf des Abends kam das Gespräch auf die Bibel, ob wir darin lesen, ob wir an Gott glauben. Meine Frau und ich haben gesagt: "Wir können euch gut leiden, aber darüber wollen wir nicht sprechen". Punktum, Schluß.

Die Jahre vergingen, unsere Söhne wurden geboren, die Familie machte eine schwere Zeit durch. In dieser Zeit hat meine Frau zum Herrn Jesus gefunden. "Jetzt spinnt sie", war meine erste Reaktion. Aber na ja, jeder soll nach seiner Lesart glücklich werden. Mir war auf jeden Fall sehr unwohl dabei. Mir wurde immer unwohler. Zumal die Nachbarsleute immer wieder kamen. Und bohrten.
Also ließ ich mich breitschlagen und ließ mir eine Bibel schenken. Ich habe sogar drin gelesen. Von vorne, wie es sich gehört, habe aber niemanden um Unterstützung gebeten. Ich bin ja schließlich nicht blöd. Das Ergebnis war vorhersehbar. Ich wollte nix mehr davon wissen. Aber die Nachbarsleute und meine Frau bohrten weiter. Und mir wurde das zuviel.

Und dann kam eine Einladung zu einem Vortrag nach Baden-Baden. Thema Evolution. Klasse, dachte ich. Der Nachbar holte mich ab, wir fuhren nach Achern und luden noch ein Ehepaar ein. Und los ging´s. Ein bisschen Small Talk, das war´s. Nachdem wir ausgestiegen waren, verschwand das Ehepaar. Ich habe sie nicht mal von Angesicht zu Angesicht gesehen.
Und es kam, wie es kommen musste: Der Vortrag wurde für mich ein Fiasko. Auf dem Rückweg hab ich auch gesagt, warum der Vortrag für mich nix war. Wir haben darüber geredet. Aber keiner konnte mich überzeugen. "Aber am Dienstag, da ist Hauskreis, da gibt es noch einen Vortrag. Da kommst du bitte". "Ihr nervt mich alle, lasst mich doch in Ruhe". Aber was macht man nicht alles, damit man seine Ruhe hat. Ich ging mit einer super Laune zu den Nachbarsleuten. Das Wohnzimmer war proppevoll. Und dann die Schwellenangst und niemand gekannt. Entsprechend meine Stimmung.
Und dann kam er - der Vortrag. Und es ist genau das gleiche passiert, wie jetzt passiert, in diesem Moment, wo ich das hier schreibe:

Über und über bedeckt mit Gänsehaut.

Ich war aufgewühlt wie selten zuvor in meinem Leben. Ich ging nach Hause, legte mich ins Bett und konnte nicht schlafen. An diesem Abend habe ich erkannt, dass Jesus Christus mein Herr ist. An diesem Abend habe ich erkannt, dass Jesus Christus mein Erretter ist. An diesem Abend habe ich mein Leben Jesus übergeben. An diesem Abend habe ich zum ersten Mal aus tiefstem Herzen gebetet.

Irgendwann kam mein Ältester, legte sich zu mir und sagte: "Papa, halt mich fest". Er kam zu dieser Zeit fast jede Nacht. Weder vorher noch nachher hat er jemals diesen Satz gesagt. Tja, und heute bin ich wiedergeborener Christ; durch das Baumaterial, die Hartnäckigkeit meiner Nachbarn, durch die Sanftmut und Geduld meiner Frau, durch den Vortrag von Volker. Aber vor allem durch die Gnade meines Herrn Jesus Christus.

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